Projekt Zukunft 1 Ausgangslage 1.1 Die Zielgruppe 10-12 Schüler aus der Oberstufe der 3 Förderschulen (Martin-Luther-King-Schule Castrop-Rauxel, Pestalozzi-Schule Datteln, Friedrich-Fröbel-Schule Oer-Erkenschwick) mit dem Schwerpunkt “Lernen“ stellen eine Gruppe mit besonderem Förderbedarf, der sich sowohl im Bereich der Kulturtechniken wie im lebenspraktischen, handlungsorientierten Lernen von dem der (ebenfalls heterogenen) Gruppe der Stammschüler der LB- Schulen unterscheidet: Die Zielgruppe besteht aus Schülern der Klassen 7-10. die nach Beendigung ihrer Schul- (auch Berufschulpflicht) mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden können. Ihre Defizite in den Kulturtechniken können in projektorientiertem Unterricht mit hohem pragmatischem Anteil aufgefangen werden, zeigen sich aber spätestens in der Berufsvorbereitung ab Klasse 8 offensichtlich. Zum Erwerb der Kulturtechniken benötigen die Schüler besondere Förderung: Sinnentnehmendes Lesen, das Erkennen von mathematischen und naturwissenschaftlichen Zusammenhängen und das selbstständige Schreiben bedarf einem noch differenzierteren Vorgehen und häufigerer Wiederholung als bei leistungsstärkeren Schülern. Stärken dieser Schülergruppe liegen im anschaulich-pragmatischen Lernen: Holz- und Metallwerken, Malerarbeiten, Arbeit in der Fahrradwerkstatt, Hauswirtschaftsunterricht, Schulgartenarbeit und plastisches Gestalten sind Beispiele für sinnvolle Fördermöglichkeiten für die Gruppe. Der Besuch der Berufschule ist den Jugendlichen in der Regel nicht zuzumuten – hier muss eine flexible Lösung gefunden werden. Für den Besuch eines Berufsvorbereitungsjahres in einem Berufsbildungszentrum - ohne Unterstützung durch eine persönliche Betreuung - sind die Jugendlichen der Zielgruppe in ihrer Persönlichkeit noch nicht ausreichend gefestigt. 1.2  Förderbedarf der Jugendlichen aus der Zielgruppe Die Förderung der Schüler an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ erweist sich als nicht angemessen, da der Förderbedarf der Zielgruppe in anderen Bereichen liegt: Vorbereitung auf arbeiten und wohnen ohne lebenslange Hilfe Erwerb von Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit, Ausdauer, Konzentration usw. für eine mögliche Vermittlung in Helfertätigkeiten. Umgang mit den Grundrechenarten in praktischen Anwendungsbereichen. Sinnentnehmendes Lesen Lebensbewältigung durch Schriftsprache (Bewerbung, Haushaltsführung, Kontoführung, Erwerb eines Mofa- Führerscheins, Mietverhältnis usw.) Selbstständiger Umgang mit Materialien im Bereich der Arbeitslehre Überschauen von Handlungseinheiten in der Produktion verschiedener Gewerke Stabilisieren und Erweitern eigener praktischer Fertigkeiten Entwickeln von Selbstbewusstsein durch ein vergleichbares Leistungsniveau in der Gruppe 2    Das Fördermodell  2.1 Realisierung im Verbund der Förderschulen im Ost-Vest mit dem Berufsbildungszentrum der RAG in Datteln In jeder der drei Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen im Ost-Vest gibt es mehrere Schüler der genannten Zielgruppe. Durch die Zusammenarbeit der Schulen und die damit einhergehende Ressourcenbündelung kann ein Fördermodell entwickelt werden, das dem Bedarf der Jugendlichen entspricht: Das RAG Bildungszentrum in Datteln ist zu einer Kooperation mit den 3 beteiligten Schulen bereit: 1x wöchentlich kann die Schülergruppe einen Praktikumstag in den verschiedenen Arbeitsfeldern absolvieren. Dieser ist für dienstags vorgesehen. Die Koordination übernimmt eine Ausbildungsleiterin. Jede der 4 Schulen benennt eine Lehrkraft als Ansprechpartner für die Schüler  der eigenen Schule. Nach einer Eingewöhnungsphase von ca. 2 Monaten soll die Aufgabe der Betreuung am Praktikumstag allein durch eine Sozialpädagogin / einen Sozialpädagogen übernommen werden. Darüber hinaus soll sich ihr / sein  Aufgabenfeld auf die Koordination der Maßnahme, die Kooperation der beteiligten Schulen, die Durchführung der Praxistage in den einzelnen Schulen, die Mitarbeit in den Projektphasen sowie die Evaluation des Konzeptes beziehen. Die 4 beteiligten Schulen stellen über ihre Ansprechpartner die Organisation, die Fahrt zur RAG Bildung, die Elternarbeit sowie die Projektvorbereitung und  -durchführung an jeder der beteiligten Förderschulen sicher. Zwischen den Lehrern, der sozialpädagogischen Kraft und der RAG-Bildung findet ein Austausch über Inhalt und Organisation des Praktikumstages statt. Die Eltern der Jugendlichen werden intensiv auf das Projekt vorbereitet. Ihnen muss die ungünstige Perspektive ihres Kindes auf dem Arbeitsmarkt deutlich werden. Da ihre Zustimmung für eine effektive Arbeit absolut nötig ist, müssen sie von der Konzeption des Projektes überzeugt sein. Das Konzept wird den Erziehungsberechtigten in einer Informationsveranstaltung und persönlichen Gesprächen vermittelt. In der Rückmeldung auf einen Elternbrief bestätigen sie ihre Bereitschaft zur Unterstützung. Die Jugendlichen sollen sich mit ihrer  Gruppe (12 – 14 Sch.) identifizieren. Deshalb verbringt die Gruppe in der Orientierungsphase mit der Sozialpädagogin/dem Sozialpädagogen und den Ansprechpartnern der Schulen zwei Tage mit Übernachtung in einer geeigneten Jugendeinrichtung. Hier sollen Ängste abgebaut, Gemeinsamkeiten entdeckt werden. 2.2  Tagesablauf im Bildungszentrum der RAG in Datteln:  Die Schüler treffen sich zunächst um 8.00 Uhr an ihrer Schule, werden von den jeweiligen Betreuern zur RAG begleitet. Ankunft: spätestens 9.00 Uhr. Gemeinsame Tagesplanung der Ausbildungsleiterin mit der Sozialpädagogin und den Jugendlichen. Die Schüler verteilen sich in Kleingruppen auf die verschiedenen Arbeitsbereiche des Bildungszentrums. Während der Arbeitsphase steht der Ausbilder / die Ausbilderin oder eine sozialpädagogische Kraft vor Ort zur Verfügung. Gemeinsame Pause zum Frühstück / Mittagessen 14.30 Uhr: Treffen im Sammelraum zur Reflexion des Tages ( Probleme, Perspektiven) 15.00 Uhr (abhängig von den Fahrbedingungen): Heimfahrt 2.3  Angebot der drei beteiligten Schulen: Jede Schule bietet innerhalb eines Schulhalbjahres ein handlungsorientiertes Projekt über mehrere Tage für die gesamte Gruppe an. Neben der Förderung in den o.g. Bereichen ist hier ein weiteres Ziel, die Kommunikation in der Gruppe, zu stärken. Darüber hinaus sollen die Schüler der Fördergruppe die Möglichkeit haben, die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten gegenüber den Mitschülern, die nicht im Projekt beteiligt sind, zu präsentieren. 2.4  Finanzierung  Bereitstellung einer sozialpädagogischen Kraft: aus den Schul-Budgets. Lehrerstunden für die Einstiegsphase zur Begleitung der Schülerinnen und Schüler in öffentlichen Verkehrsmitteln und zur Unterstützung der Projekttage aus  dem Budget der beteiligten Schulen Arbeitskleidung der Praktikanten: Wird von der RAG Bildung gestellt Fahrtkosten von der Schule zum Berufsbildungszentrum: Elternbeitrag Fahrtkosten zu den Projektveranstaltungen an den 3 Schulen: Elternbeitrag Sachmittel für die Praktikumstage: Budget der jeweiligen Schule  3   Langfristige Planung: Zur Vermeidung des Besuches einer Berufschule erhalten die Schüler auf Antrag Schulpflichtverlängerung. Sie verbleiben in der Oberstufe ihrer Schule, bleiben ebenso Projektmitglieder und nehmen bis zur Beendigung ihrer Berufschulpflicht an allen Aktivitäten der Gruppe teil. Nach alternativen Möglichkeiten der nachschulischen Betreuung durch Vermittlung in auf den individuellen Förderbedarf abgestimmte Praktika soll bis zur Beendigung der Schulpflicht für die Jugendlichen gesucht werden. 4   Vorgesehene Evaluation Zum Ende des ersten Halbjahres (nach sechs Monaten Praxis) wird von den beteiligten Schulen in Zusammenarbeit mit der Sozialpädagogin/ dem Sozialpädagogen  ein Erfahrungsbericht  erstellt, in dem sowohl der Ablauf der ersten Projektphase wie die Ergebnisse der unter 1.2 angestrebten Förderung aufgezeigt werden.
MLK-Schule Unterricht Schulleben interner Bereich Beratung Aktuelles MLK-Schule Unterricht Schulleben interner Bereich Beratung Aktuelles
Martin-Luther-King-Schule Castrop-Rauxel
interner Bereich interner Bereich