Förderkonzept „Deutsch als Zweitsprache“/ „Deutsch als Fremdsprache“ Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache oder deren Deutschkenntnisse so gering sind, dass ihre Mitarbeit im allgemeinen Unterricht gefährdet erscheint, werden in der Martin-Luther-King-Schule besonders gefördert. Dies geschieht sowohl im Klassenverband als auch im Rahmen eines besonderen Förderunterrichtes (2-4 Stunden pro Woche). Bausteine verschiedener Fördermaßnahmen im Bereich Deutsch als Zweit- /Deutsch als Fremdsprache: 1. Unterricht im Klassenverband: Die sprachliche Förderung ist mit dem Unterricht im Klassenverband fest verwoben. Ne-ben der gezielten Arbeit an der phonologischen Bewusstheit, am Wortschatz und der Be-griffsbildung, werden ständig Situationen geschaffen, in denen die Schüler/innen Sprache hören und anwenden und dadurch kommunikative Sprachmuster entwickeln können. Der kontinuierlichen und wiederholenden Versprachlichung von Handlungen und Situationen im Unterricht wird außerdem eine hohe Bedeutsamkeit beigemessen. Die Klassenlehrer/innen arbeiten dabei eng mit dem Förderlehrer/innen zusammen. Gemeinsam bestimmen sie den jeweiligen Lern- und Leistungsstand der Schüler/innen. 2. Unterricht in Fördergruppen: Der Förderunterricht findet in Ergänzung zum Klassenunterricht und in enger Absprache zwischen Klassenlehrer/innen und Förderlehrer/innen statt. In der Unterstufe (Klasse 1 – 4) werden ca. vier Schüler/Schülerinnen in Kleingruppen 4 x wöchentlich unterrichtet. Mittelstufe (Klasse 5 – 7) werden ca. fünf Schüler/Schülerinnen in Kleingruppen 2 x wöchentlich unterrichtet. Oberstufe (Klasse 8 – 10) werden ca. fünf Schüler/Schülerinnen in Kleingruppen 1 x wöchentlich unterrichtet. 3. Inhaltliche Schwerpunkte der Sprachförderung in den Stufen: 3.1 Unterstufe a) Arbeit zur Entwicklung, Aufbau und Festigung der phonologische Bewusstheit Die Förderung der phonologischen Bewusstheit als die zentrale Voraussetzung für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb steht im Unterricht der Unterstufe im Vorder-grund. Sie beinhaltet Lauschübungen, Reimübungen, Silbenspiele, Übungen zur Analyse (Heraushören) und Synthese (Zusammenziehen) von Lauten. Als fester Bestandteil der Förderung wurde das Programm „Wuppis Abenteuerreise durch die phonologische Bewusstheit“ installiert. Viele Kinder bringen Probleme bei der Aussprache komplexer Wörter und mangelnde artikulatorische Geläufigkeit, einen erheblichen Mangel an akustischer Wahrnehmung, und Probleme beider Unterscheidung ähnliche Phoneme beim Bildbenennen/Abrufen der korrekten Aussprache eines Wortes vom lexikalischen Eintrag mit in die Schule. Bedingt durch ihren Förderbedarf im Bereich Lernen und der damit verbundenen Merkschwäche konnte die Förderung der phonologischen Bewusstheit im Kindergarten diese Schwierigkeiten nicht abmildern oder ausgleichen. Werden diese Schwierigkeiten nicht abgebaut, misslingt das Zusammenschleifen von Phoneme und der Leseprozess im Bereich lesen und Schreiben wird beeinträchtigt oder sogar verhindert. Die Förderung der phonologische Bewusstheit im engeren Sinne ermöglicht den Schüler/den Schülerinnen den bewusster Umgang mit den kleinsten Einheiten der gesprochenen Sprache (dem Phonem) und ist auf die Lautstruktur gerichtet. Übungen zum Erkennen von An- und Endlauten, Übungen zur Lautsynthese und Phonemsegmentation. Die Förderung der phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne ermöglicht den Schüler/den Schülerinnen die Wahrnehmung gröberer sprachlicher Einheiten und ist auf die Oberflächen-struktur der Wörter gerichtet. Übungen zur Erkennung von Reimpaaren, zur Segmentierung von Silben, zur Erkennung von Wortlängen und Sätzen. b) Arbeit zur Entwicklung, Aufbau und Festigung des aktiven und passiven Wortschatzes Aufbauend auf die Arbeit an der phonologischen Bewusstheit steht der Aufbau und die Festigung des aktiven und passiven Wortschatzes der deutschen Sprache im Vordergrund. Viele Kinder, die Deutsch als Zweitsprache oder Fremdsprache erlernt haben, weisen teilweise erhebliche Defizite im aktiven und passiven Wortschatz auf. Den Kindern fehlen häufig die passenden Worte und sie verwenden zum Ausgleich Vielzweck- oder Füllwörter. Ist nicht nur der aktive Wortschatz sondern auch der passive Wortschatz und damit das Sprachverständnis eingeschränkt, ist der schulische Lernerfolg stark gefährdet. Der Aufbau und die Festigung des passiven und aktiven Wortschatzes werden in der Unterstufe insbesondere durch den Auf- und Ausbau verschiedener semantischer Felder, und den damit verbundenen Aufbau eines Bedeutungsnetzwerkes, die Bildung von Oberbegriffen und Übungen von Zuordnungen korrekter Begriffe, die Förderung der Dialogfähigkeit, die Förderung der lexikalisch-semantische Fähigkeiten in Verbindung z.B. mit Körperwahrnehmung (Begriffsbildung, Wortschatzerweiterung), der Aufbau von morphologisch-syntaktische Fähigkeiten z.B. im Gesprächskreis (versprachlichen persönlicher Erlebnisse und versch. Situationen; Richtigstellen durch Wiederholung, Nachsprechen richtiger Kasus-/ Genusbildung) und der Förderung des nonverbalen u. verbalen Ausdrucksverhaltens (Gestik, Pantomime) erarbeitet. c) Arbeit zur Entwicklung, Aufbau und Festigung zur Einführung des Alphabets mit Hilfe des Lese-/und Schreiblehrgangs Kinder mit Migrationshintergrund haben oft erschwerte Ausgangsbedingungen, um das Lesen und Schreiben zu lernen, da die (oft als unsichere) Zweitsprache als Unterrichtssprache dient. Das Leseverstehens ist dadurch meist nicht altergemäß ausgeprägt. Die sprachlichen Defizite wirken sich im Anfangunterricht Sprache, im Prozess des Lesen- und Schreibenlernes besonders deutlich und schwerwiegend aus. Der Sprachunterricht ist diesen besonderen Bedürfnissen angepasst und enthält als Elemente zur Förderung, zum Aufbau und zur Festigung der deutschen Sprache und der Fähigkeiten im Lesen und Schreiben. Bilderbuchbetrachtungen, Vorlesen durch die Lehrkraft, den Aufbau einer Klassenbücherei, die Arbeit an Reimen und Geschichten mit dem Ziel vielfältige Erfahrungen mit Erscheinungsformen der Lese-, Erzähl- und Schriftkultur zu ermöglichen, das Text- und Sinnverständnis zu fördern, die sprachliche Abstraktionsfähigkeit entwickeln, die Lesefreude zu steigern und die Vertrautheit mit Büchern und der Schriftsprache die Fähigkeit ausbauen, sich schriftlich auszudrücken und über Inhalte zu sprechen, sie zu benennen, umzuschreiben, und Bezüge herzustellen. die Verwendung zahlreicher Übungsmaterialien und vielfältigen Bildmaterials zur Verständigung zwischen Schüler und Lehrkraft. das Erlernen der Buchstaben/Laute mit Hilfe aller Sinne, um die Speicherung der Inhalte zu erleichtern. die Nutzung von Merkverse und Handzeichen. 3.2 Mittelstufe a. Arbeit zur Entwicklung Aufbau und Festigung des deutschen aktiven und passiven Wortschatzes: Begriffsbildung und Arbeit an sprachlichen Strukturen Angeleitetes Sprechen und Aufbau von Sprachmustern Grammatikalische Regeln b. Lese-/ Schreiblehrgang: Förderung des Leselernprozesses Erweiterung der Kenntnisse über häufige Laut- und Buchstabenkombinationen Aufbau und Entwicklung der Schriftsprachkompetenz durch gezielte Schreibanregungen und angeleitetes Schreiben. c. Förderung der Kommunikationsfähigkeit Sprache als Kommunikationsmittel erfahren und situationsangemessen anwenden können (Rollenspiel, Briefpartner usw.) Anbahnung sprachlicher Handlungskompetenz 3.3 Oberstufe a. Mündliche Kommunikation Bereitschaft, Interesse und Mut zur Beteiligung an Kommunikationsprozessen Gesprächsregeln lernen und anwenden situationsangemessenes Sprechen geordnetes und gegliedertes Sprechen, Beherrschung wichtiger Sprachhandlungsmuster (Erklären, Begründen, Fragen, Vorwerfen, Rechtfertigen, ...) Bewerbungsgespräche üben konzentriert zuhören können b. Reflektion über Sprache Wortarten und Satzarten benennen und wieder erkennen Satzbau, eigenständig längere Sätze bilden Wörtliche Rede erkennen und Redezeichen setzen Regelhaftigkeiten von Sprachverwendungssituationen erkennen Reime erkennen und selbst reimen experimentieren mit Sprache Aufbau von Gedichten c. Rechtschreibung Grundwortschatz erweitern und sichern Rechtschreibgespür entwickeln Abkürzungen kennen lernen Fachausdrücke und Fremdwörter lernen, nachschlagen und richtig schreiben Nachschlagewerke nutzen Diktat- und Rechtschreibübungen, Orthographie- und Zeichensetzungsregeln kennen lernen und anwenden d. Textrezeption Sinn entnehmendes Lesen stilles Erlesen von Texten lautes, betontes Vorlesen freies Lesen zur Entwicklung einer Lesemotivation Steigerung der Lesefähigkeit und des Lesetempos Sinnentnehmendes Lesen verschiedener Textarten (Ganzschrift, Sachtexte, Erzählungen, Gedichte, Berichte, Gebraustexte,  Formulare,...) Verschied. Textgattungen kennen lernen und produktiv bearbeiten (Sachtexte, Gedichte, Gebrauchstexte, Erzählungen, Geschichten, Fabeln, Bilder, Filme, Berichte usw.) Texte gliedern Texte zusammenfassen und Inhalte wiedergeben Texten Informationen entnehmen Verständnisprobleme mit Hilfe von Nachschlagewerken lösen e. Textproduktion planen, schreiben und überarbeiten von Texten freies Schreiben zur Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten Beschreibungen und Berichte anfertigen Lebensläufe und Bewerbungsschreiben formulieren Vordrucke und Formulare ausfüllen Inhalte stichpunktartig aufschreiben sowie ausformulieren Referate anfertigen und vortragen Entwicklung von Arbeitstechniken (Mitschreiben, Notizen, Stichwörter erstellen, ...)
MLK-Schule Unterricht Schulleben interner Bereich Beratung Aktuelles MLK-Schule Unterricht Schulleben interner Bereich Beratung Aktuelles
Martin-Luther-King-Schule Castrop-Rauxel
interner Bereich interner Bereich