Berufsorientierungscamp (BOC) Im Jahr 2009 besuchte die Klasse 9 der Martin-Luther-King-Schule in Castrop-Rauxel das „Berufsorientierungscamp“. Es wurde in Kooperation mit der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) aus Paderborn durchgeführt. Während des fünftägigen Aufenthaltes wohnten die Schülerinnen und Schüler sowie die begleitenden Lehrkräfte im Rochus-Spiecker-Haus in Bielefeld- Brackwede. Das Ziel der Maßnahme war es, die Schüler durch die Teilnahme zu befähigen, selbstsicherer, gezielter und angemessener aufzutreten. Die Sozial- und Selbstkompetenz der Schülerinnen und Schüler für zukünftige Arbeitsverhältnisse wurde aufgebaut und gestärkt, bei der Orientierung nach realistischen Berufszielen wurden sie intensiv beraten und unterstützt und sie lernten unterschiedliche Berufsfelder und Berufsgruppen kennen. In verschiedenen Einheiten, z.B. durch einen handlungsorientierten Berufsparcours, einem nachgestellten Vorstellungsgespräch mit anschließender Videoanalyse, durch die Simulation von Bewerbungsgesprächen am Telefon, erarbeiten die Schülerinnen und Schüler Antworten auf die Fragen: Welcher Beruf passt zu mir? In welchem Bereich liegen meine Stärken? Welche Berufe kann ich in meiner Region ausüben? Welche Anforderungen stellen die Betriebe an mich? Wie bewerbe ich mich erfolgreich? Außerdem lernten die Schülerinnen und Schüler während eines erlebnispädagogischen Tages, organisiert von der Seilschaft Arnsberg, durch die gemeinsame Bewältigung verschiedener Herausforderungen die Bedeutung von Team- und Kooperationsfähigkeit kennen und wurden im Konfliktmanagement gestärkt. Beschreibung/Erfahrungsbericht Rückblickend stellen wir fest, dass die Schüler in einer gelockerten Atmosphäre außerhalb des schulischen Rahmens vielfältige Eindrücke in verschiedenen Berei-chen der Berufsorientierung gewinnen konnten, auf denen im Unterricht weiterführend aufgebaut werden kann. Die Begleitung der Maßnahme erfolgte durch Teamer nach einem Schlüssel von 1:6, wodurch eine intensive und individuelle ressourcenorientierte Arbeit mit allen Schülern möglich war. Durch die den Teilnehmern bis dahin unbekannten Referenten wurden neue Rollenverteilungen und ein Aufbrechen vorhandener Strukturen innerhalb der Schülergruppe möglich. Haus/Verpflegung Die Schülerinnen, Schüler, Teamer und Lehrkräfte wohnten während des Aufenthaltes im Rochus-Spiecker-Haus. Dieses Haus stand während des gesamten Aufenthaltes ausschließlich dieser Schülergruppe zur Verfügung. Die Veranstaltungen, das zwischenmenschliche Miteinander und der Verlauf des Camps wurden dadurch positiv unterstützt. Die Ausstattung der Zimmer, Aufenthalts- und Arbeitsräume waren angemessen. Für das leibliche Wohl der Gruppe sorgte ein Koch, der täglich in der hauseigenen Küche frische Mahlzeiten für die Gruppe zubereitete. Das Essen war ausgewogen und reichhaltig, kleine gesunde und süße Zwischenmahlzeiten erfreuten die Schülerinnen und Schüler besonders. Teamer/Lehrer Die Teamer des externen Bildungsträgers waren den Schülerinnen und Schülern im Vorfeld nicht bekannt. Sie führten die Bildungsangebote und erlebnispädagogischen Aktionen (Berufsparcours, Telefontraining, Videoanalyse) weitgehend selbstständig durch. In der lockeren Arbeitsatmosphäre, fiel es für die Schülerinnen und Schüler leicht, aktiv und engagiert mit zu arbeiten. Die anwesenden Lehrkräfte betreuten die Schüler in ihrer Freizeit und organisierten die Phasen, in denen nur einzelne Schüler von den Teamern betreut werden konnten, z.B. während des Telefontrainings oder des Vorstellungsgesprächs. In dieser Zeit erarbeiteten die Lehrer mit den Schülern Form und Inhalt einer Bewerbungsmappe oder bereiteten mit ihnen die erlebnisorientierten Aktionen vor bzw. nach. Außerdem unterstützten die Lehrkräfte die Teamer während des Berufsparcours, organisierten das Abendprogramm und betreuten die Schüler während des Küchendienstes. Wie wurden die Schülerinnen und Schüler einbezogen? Während des gesamten Aufenthaltes waren die Schülerinnen und Schüler in jede Arbeitsphase des Projektes aktiv eingebunden. Bei der Simulation des Bewerbungsgesprächs und des Telefongesprächs in der Kleingruppe wurde stark individualisiert gearbeitet und bezüglich des Kommunikationsverhaltens ressourcenorientiert reflektiert. Im geschützten Raum des BOC führten die Schülerinnen und Schüler umfassende praktische Übungen durch, wodurch sie ihre eigenen Handlungsoptionen mit nachhaltiger Wirkung austesten und erfahren konnten. Desweiteren wurde berufsrelevante Kompetenzen durch den intensiven Einzelkontakt mit Teamern und Lehrkräften entwickelt, gefördert und ausgebaut. Zusammenarbeit mit externen Partnern (Institutionen, Unternehmen) Bereits zum zweiten Mal führte die Martin-Luther-King-Schule das Modul 2 in Kooperation mit der Pfadfinderschaft St. Georg des Diozöseverbandes Paderborn durch. Die Seilschaft Arnsberg war für die erlebnispädagogische Aktion verantwortlich, die an einem Tag der Woche durchgeführt wurde. Die Unterbringung, Versorgung und die einzelnen Seminare waren, nach Absprache und Vereinbarungen mit den Lehrern, durch die Organisation geplant und wurden auch hauptsächlich von dieser durchgeführt. Die Lehrer der teilnehmenden Klassen unterstützten die Arbeit der einzelnen Arbeitsgruppen und gestalteten das Freizeit- und Zwischenprogramm. Herrn Feldmann von der Seilschaft Arnsberg realisierte die besonders wichtige und erfolgreiche erlebnispädagogische Aktion. Durch diese Aktion wurden mit den Schülern Aspekte der Kooperation, des sozialen Miteinanders und der Konfliktbewältigung spielerisch und handelnd thematisiert und umgesetzt. Die Schüler wurden durch die Vermittlung von Sicherheit und Unterstützung in der Gemeinschaft ermutigt, innere Grenzen zu überwinden und erfuhren so eine Stärkung des Selbstwertgefühls. Sie lernten Verantwortung zu übernehmen und erhielten einen Eindruck von der Notwendigkeit einer kooperativen Zusammenarbeit. Wie haben Sie das Projekt/das Modul in die BO-Konzeption Ihrer Schule eingebunden? Das BOC ist in der Klasse 8 in den Unterricht des Faches Arbeitslehre eingebunden. Es dient insbesondere der Berufsorientierung und der Praktikumsvorbereitung. Die Schülerinnen und Schüler werden über verschiedenste Berufsbilder und -felder informiert und auf Situationen vorbereitet, die ihnen während eines Praktikums begegnen werden (Telefonat mit der Praktikumsstelle, persönliches Vorstellungsgespräch, Bewerbung/Lebenslauf schreiben). Das BOC dient außerdem als Vorbereitung auf den in Klasse 9 stattfinden Werkstatttag (die Schüler arbeiten in Klasse 9 jeden Mittwoch in einen Praktikumsbetrieb) und als Vorbereitung auf die zwei Blockpraktika in Klasse 10. Die Teilnahme am Berufsorientierungscamp ergänzt außerdem das Programm des zuständigen Berufsberaters der Agentur für Arbeit. Projekt-/Modulumsetzungsergebnisse Umsetzungsergebnisse Die Schülerinnen und Schüler gestalteten eine Collage, in der sie ihre Zukunftswünsche darstellten. Durch verschiedene Übungen zur Selbst- und Fremdeinschätzung entdeckten und entwickelten die Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Möglichkeiten und Chancen. In einem Berufsparcours erkannten die Jugendlichen die Anforderungen und Kompetenzen, die Ausbildung und Beruf an sie stellen. Ein Überblick über verschiedene Berufsfelder und -bilder wurde erarbeitet. Die Schülerinnen und Schüler erstellten eigene Lebensläufe. Jede Schülerin und Schüler absolvierte ein realistisch nachgestelltes Vorstellungsgespräch mit Hilfe einer Videoaufnahme und wertete dieses in der Kleingruppe ressourcenorientiert aus. Jede Schülerin und Schüler führte ein praxisorientiertes Telefongespräch durch. Die Suche nach einer Praktikumsstelle wurde in diesem geschütztem Rahmen simuliert. Die Beratung des Teamers zur Verbesserung seines Kommunikationsverhaltens nahmen danach alle Schülerinnen und Schüler in Anspruch. Die Jugendlichen lernten durch die Bewältigung von gemeinsamen Herausforderungen in der Gruppe die Bedeutung der Zusammenarbeit kennen und wurden ermutigt, innere Grenzen zu überwinden. Zitate von Jugendlichen /Projektbeteiligten „Unglaublich, welche Fähigkeiten hier zum Vorschein kommen.“ (Lehrerin beim Betrachten der Videodokumentation der Bewerbungsgespräch-Simulation) „Das ist mir zu blöd, da mache nicht mit!“ (Schülerin A. vor dem Telefontraining) „Cool, das war gar nicht schlimm!“ (Schülerin A. nach dem Telefontraining) „Drei mal am Tag gemeinsam essen? Warum so viel?“ (Schüler über das reichhaltige Angebot von Speisen, für ihn eine außergewöhnliche Erfahrung) „Warum sollen wir gemeinsam essen? Zuhause isst jeder von uns allein vor dem Fernseher.“ (Schülerin während der ersten Besichtigung des Speiseraumes) „Das coolste war der gemeinsame Ausflug auf die Bowling-Bahn.“ (Antwort eines Schülers auf die Frage nach der gelungensten Freizeitaktivität) Anmerkung Schön wäre es, wenn auch die nächste Klasse 8 der Martin-Luther-King-Schule das Berufsorientierungs-Camp besuchen könnte. Jedoch wird ohne weitere „Anschubfinanzierung“ dieses Projekt nicht durch die Schule finanziert werden können, auch den meisten Eltern fehlen die finanziellen Mittel, um die Teilnahme der Kinder ermöglichen zu können. Auch die Umsetzung der Inhalte in der Schule ist kaum möglich, da zunächst die dringend benötigten technische und mediale Ausstattung beschafft werden müsste, um das BOC nachzubilden. Es fehlt z.B. an Kopiervorlagen und Medien, eine Digitalkamera etc. müssten angeschafft werden. Dafür fehlt den Schulen häufig das Geld, so dass diese wichtigen Maßnahmen in Eigeninitiative kaum durchgeführt werden können.
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